7. Der positive Wert eines Menschen ist konstant, gleichzeitig kann der Wert und die Angemessenheit inneren/externen Verhaltens in Frage gestellt werden

20. Juli 2016

Werte entwickeln

Die Kurzfassung dieser Grundannahme könnte lauten: Es gibt keine schlechten Menschen, sondern nur unangemessenes Verhalten. Oder anders ausgedrückt: Auch wenn sich jemand „schlecht“ verhält, bleibt sein positiver Wert als Mensch immer erhalten. Wenn du also einen Menschen einschätzt, dann macht es Sinn, hinter „die Kulissen“ zu blicken.

Du bist ok …

Diese Grundannahme ist „eng verwandt“ mit der ersten  NLP Grundannahme, bei der es um die positive Absicht jedes Menschen geht, die hinter seinem Verhalten steckt. Bei der hier vorliegenden Grundannahme gehen wir noch ein Stück weiter und sagen, dass jeder Mensch grundsätzlich gut ist. Das ist meist leicht nachzuvollziehen und manchmal fällt es schwer, etwas Gutes in jemandem zu entdecken. Das liegt daran, dass wir die Handlung einem Menschen gleichsetzen.

Wenn beispielsweise ein Kind eine schlechte Note mit nachhause bringt, werden ihm die Eltern nicht vorwerfen, ein schlechter Mensch zu sein. Es geht darum, ihrem Kind zu vermitteln, dass das Ergebnis der Klassenarbeit nicht gut ist, das Kind aber gleichzeitg ok ist: „Nun sollten wir herausfinden, was wir tun können, damit du künftig bessere Noten machen kannst.“

Eine Steigerung wäre beispielsweise, wenn du von einem Freund belogen wurdest. So etwas verletzt und erschüttert das Vertrauen. Da kommen die Worte: „Dass du mich belogen hast, finde ich schlecht, aber du bist trotzdem ok“ schon etwas schwerer über die Lippen. Dennoch besitzt dein Freund immer noch all die liebenswerten Eigenschaften, die du so an ihm magst. Und er bleibt ein Mensch.

… ich bin ok?!

Viele Menschen neigen dazu, sich selbst zu verurteilen oder sich Vorwürfe zu machen, wenn sie „versagt“ haben. Im Coaching gibt es kaum Klienten, die das nicht machen. Wie ein Coaching-Klient, der seit fast 15 Jahren in einem grossen Unternehmen im Verkauf arbeitete.

Sein Ziel war es, zum Bereichsleiter der Firma aufzusteigen, hatte es aber bisher „nur“ zum Abteilungsleiter geschafft. Bei der letzten Beförderung wurde er jedoch wieder nicht berücksichtigt. „Ich bin ein Versager“, war seine resignierende Äusserung dazu.

Er hatte bis dato bereits einen Hass auf sich selbst entwickelt und sah sich selbst nicht mehr als Führungskraft. Sein Selbst-“wert“ lag nahe bei Null. Über die Dauer der Zeit hat er sich als Person abgewertet.

Statt sich Fragen nach seinen Fähigkeiten zu stellen, „Was kann ich anderes tun?“, traf er Aussagen zu seiner Identität: „Wer/Was bin ich?“. Um das sichtbar zu machen und neu zu framen hilft zum Beispiel das Model der Neurologischen Ebenen von Robert Dilts und Gregory Batson.

Wenn du dir selber Fragen der Handlung stellst, kannst du gleichzeitig ausdrücken, dass du ok bist.

Was bringt die Trennung der Identität und Handlung?

In der Welt des NLP hat jeder Mensch in erster Linie einen ausschließlich positiven Wert – es gibt keine schlechten Menschen in der Wahrnehmung des NLP. Daher ist diese NLP Grundannahme ein Aspekt, der dir selber und in der Arbeit mit Menschen eine interessante Sichtweise eröffnen kann.

Viele die ein Coaching oder eine Therapie aufsuchen finden sich in dem Konflikt wieder: mangelndes SELBST-wert-gefühl oder SELBST-zweifel, und das Vertauschen von Handlung und Identität.

Und wir gehen mit der NLP Grundannahme #1 einen Schritt weiter und setzen folgendes voraus: Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht. Du siehst also, dass NLP voller Grundhaltungen steckt, die dein Leben bereichern können.

Was wäre wenn…

Erinnere dich mal, wie oft du schon einen Menschen durch sein Verhalten bewertet hast. „Sie ist…“, oder „Er ist…“.  Wenn ein Freund dich belogen hat und du deswegen die gesamte Beziehung infrage gestellt hast, ist dir womöglich viel Bereicherndes entgangen.

Was wäre geschehen, wenn du „nur“ sein unangemessenes Verhalten bewertet hättest, und dich in seine Position versetzen würdest? Dies mit dem Ziel, die positive Absicht hinter seinem Verhalten zu ergründen, um ihn freundschaftlich zu verstehen?

Diese Sichtweise dieser und anderer NLP Grundannahmen wird intensiv in der NLP Practitioner und NLP Master Practitioner Ausbildung trainiert – eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Coaching und Begleiten von Menschen.

Was passiert, wenn du ausschliesslich das Verhalten eines Menschen kritisierst, und nicht die Person dahinter? Wie würden deine Mitmenschen darauf reagieren? Wie würdest du dich fühlen, wenn du für alle Menschen ok wärst? Willkommen in der Welt des NLP.

(Bild: heike.fester)

Informationen zum Kurs

Die Annahmen für erfolgreiches Coaching sind Elemente, die besonders in der Ausbildung zum Dipl. Mental Coach MGP, Business NLP Practitioner und in der Fachweiterbildung Coaching Skills: Kommunikation & Wahrnehmung zur Anwendung kommen. Aktuelle Wirksamkeitsstudien belegen, dass primäre eine tragfähige Beziehung zwischen Klient und Coach zum Coachingerfolg führt. Wie Du diesen Prozess aktiv unterstützen kannst, lernst Du in den oben erwähnten Kursen.

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Ray Popoola

Ray Popoola ist Trainer für NLP & Hypnose und Ökonom. Er gründete die Mindgroup Coaching Academy und freut sich unterschiedliche Kompetenzen unter einem Dach zu vereinen. Er steht dafür ein, dass jeder Mensch seine Bestleistung erreichen kann. Bei mindgroup lernt man die Werkzeuge, um andere Menschen auf dem Weg dahin zu begleiten.