Mehr oder weniger Erfolg im Coachingprozess

3. Juli 2019

Viele Coaches und Therapeutinnen beklagen sich darüber, dass ihre Klientinnen ihren Erfolg und ihre Ziele im Coachingprozess nicht erreichen konnten. Hätten doch nur ihre Klientinnen die gemeinsam vereinbarten Aufgaben und Übungen durchgeführt, heisst es dann häufig. Warum es zu einem Versagen kommt, dem geht dieser Artikel auf den Grund.

Ein wichtiges Element im Coachingprozess 

Oft werden in Coaching und Therapie zwischen den stattfindenden Sitzungen mit den Klientinnen Übungen vereinbart, um den Coachingprozess aufrechtzuerhalten oder um Erreichtes zu stabilisieren. Diese Vorgehensweise findet sich in vielen Bereichen, u.a. in der Schulmedizin, in der Physiotherapie und dem Coaching. Nur oft werden diese wichtigen Elemente im Coachingprozess nicht oder zu wenig konsistent eingehalten. Das ist für das gewünschte Ziel nicht förderlich. Auch wenn Klientinnen im darauffolgenden Coaching nickend zustimmen, dass die Aufgaben wichtig seien, scheinen sie weiterhin wenig Initiative zu zeigen. Es wäre aber aus motivationspsychologischer Sicht falsch, eine scheinbar mangelnde Initiative einfach als fehlendes Engagement abzutun. An was liegt es?

Reiss Motivation Profile®, kurz RMP

Aus einer motivationspsychologischen Sicht würde man sich die Frage stellen, was einen Menschen antreibt zu tun, was er tut. Diese Frage ist wertfrei. Denn als nutzenorientierte Lebewesen orientieren auch Menschen ihr Handeln an der gewünschten Befriedigung ihrer Emotionen. Menschen tun, was sie tun FÜR etwas. Das Reiss Motivation Profile®, kurz RMP, ist das erste empirisch entwickelte Persönlichkeitsprofil, das der Beantwortung dieser Frage auf den Grund geht. Es ermöglicht mit einer Auswertung, auf den Persönlichkeitskern eines Menschen zu blicken. Es misst 16 sogenannte Lebensmotive, die der Theorie nach genetisch vorgegeben sind. Je stärker ein Lebensmotiv ausgeprägt ist, desto wichtiger ist es für die Person, dass sie dieses Motiv leben kann. Dann erfährt sich eine Person als richtig. In der aktuellen statistischen Normierung der Bemessungsgrundlage befinden sich derzeit 79’888 Menschen aus Amerika, Europa und Asien. Damit gelten sogar kulturübergreifend die gleichen Motive.

Den Hebel am richtigen Punkt ansetzen

Das RMP® zeigt auf, wo die Hebel angesetzt werden können, wenn es um die Motivation eines Menschen geht. Dazu ein Beispiel: Stell Dir vor, eine Person hat einen hohen Antrieb nach Anerkennung. Für sie ist Lob ein wichtiger Treibstoff ihrer Persönlichkeit, Arbeit und ihres Wirken. Alles, was die Person tut, will sie perfekt umsetzen. Daher wird sie jegliche Kritik im Coachingprozess persönlich nehmen und schnell an sich zweifeln, wenn sie für ihren Beitrag im Coaching nicht gelobt wird. Sie ist schnell verunsichert und wird an Aufgaben eher vorsichtig herantreten (sie könnte scheitern) und daran zweifeln, ob sie diese schaffen kann. Wird sie gelobt, ist das der Treibstoff, für den sie bereit ist 200% zu geben. Wenn im Coaching diese Person eine Aufgabe erhält, die sie (über)fordert und von der sie bezweifelt, sie umsetzen zu können, wird sie es nicht tun. Oder sie wird es versuchen und daran zweifeln, ob sie es richtig tut. Es ist stetes positives Feedback nötig, um den Coachingprozess aufrechtzuerhalten. Eine Person mit einer tiefen Ausprägung nach Anerkennung ist hingegen selbstsicher, sich gegenüber optimistisch eingestellt und mitunter kritikresistent. Diese Person braucht deutliche konstruktive Kritik, um sich zu verbessern. Gleichzeitig wird sie an ihre Aufgaben selbstsicher herangehen.

Coachingprozesse gestalten

Ein weiterer Blickwinkel aus motivationspsychologischer Sicht ist, welche Lebensmotive gleichzeitig ein Coach hat. Denn je nachdem, wie dessen Ausprägung ist, verändert sich die Kommunikation und die Interaktion mit Klientinnen im Coaching. Der Spruch „Gleich und Gleiches gesellt sich gerne“ macht es deutlich. Wir gesellen uns gerne zu Menschen, die gleiche Motive haben. Im Coaching besteht jedoch der Anspruch, dass ein Coach die Werte und Motive seiner Klientinnen erkennt, versteht und aufgrund derer die Coachingprozesse gestaltet. So wird ein Coaching zu einem zufriedenstellenden und motivorientierten Engagement, in dem Klientinnen ihre Ziele erreichen. Das Persönlichkeitsprofil des RMP® bietet die Grundlage, die Motive von Klientinnen zu kennen, bevor das Coaching beginnt.

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Ray Popoola

Ray Popoola ist Trainer für NLP & Hypnose und Ökonom. Er gründete die Mindgroup Coaching Academy und freut sich unterschiedliche Kompetenzen unter einem Dach zu vereinen. Er steht dafür ein, dass jeder Mensch seine Bestleistung erreichen kann. Bei mindgroup lernt man die Werkzeuge, um andere Menschen auf dem Weg dahin zu begleiten.

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